27. Dezember - San Martin de los Andes
Fortsetzung! Teil 1 unter Chile/Argentinien:
Um uns einige der weniger spannenden Wüstenstrecken zu ersparen und dafür Nordpatagonien etwas ausgiebiger zu beradeln, überbrückten wir die etwa 700 Kilometer bis Zapala mit dem Bus. Nach dieser langen Radelpause waren wir nun wieder richtig heiss auf´s Biken. Richtung Chile ging es am idyllischen Lago Alumine und den ersten Araukarien vorbei. Diese wunderbaren, aber inzwischen seltenen Bäume werden hier auch Paraguas (Regenschirme) genannt, weil die älteren Exemplare wie riesige Regenschirme in den Himmel ragen.
In Chile ging es dann hinauf in den Conguillo Nationalpark mit seinen Urwäldern und dem Rauchwölkchen spuckenden Vulkan Llaima.
Durch die herrlichen Wälder wanderten wir bis zur etwa 1800 Jahre alten "Mutter aller Araukarien", einem mit 3 Metern Stammdurchmesser wirklich beeindruckenden Exemplar.
Über ein riesiges Lavafeld ging es wieder runter und weiter nach Pucon am Lago Villarrica.
Als Sabine dort eine Radelpause machen wollte, durfte sie zur Entspannung auf den aktiven Vulkan Villarrica steigen. Um 7.00 Uhr trafen wir uns mit dem etwas planlosen Rest unserer Gruppe: einem türkischen und einem chilenischen Paar, die weder Wasser noch Sonnenbrille dabei hatten -unser Guide konnte es kaum fassen. Er munterte die Mädels aber gekonnt auf, als diese schon bald erste Konditionsschwächen zeigten: "Es ist hier nicht wie am Strand, wir sind hier in den Bergen!" Nach der ersten Pause durften wir mit einer etwas flotteren Gruppe mitgehen und waren so nach
3 Stunden oben. Der Blick in den rauchenden Krater raubt einem den Atem - nicht nur wegen der Schwefeldämpfe - und die Aussicht auf die umliegenden Vulkane ist der Wahnsinn!
Kräftig eingemümmelt war die Rutschpatie auf dem Kunststoffhosenboden dann ein Riesenspass!
Über groben Schotter und steile Anstiege ging es zurück nach Argentinien. In San Martin de los Andes fanden wir eine schnuckelige Cabaña und trafen uns am Heiligabend mit Petra und Reto, den beiden schweizer Radlern, die wir zum letzten Mal in Uyuni (Bolivien) gesehen hatten. So wurde Weihnachten doch noch zu etwas Besonderem. Zum Abendessen gab es natürlich etwas vom Grill und mit den Cabañavermietern und deren Freunden feierten wir bis in die Morgenstunden.
4. Januar - San Carlos de Bariloche
Velostatistik :
Gesamtstrecke: 6059km; Höhenmeter: 72700m; Gesamtradlzeit: 454 Stunden;
Pannen: 13 (10 Platte, 1 Speichenbruch, 1 gerissenes Schaltseil, rampunierte Felge)
Ein wenig später als eigentlich geplant trennten wir uns schweren Herzens von unserem kleinen Häuschen in San Martin und begaben uns auf die vielgelobte Ruta de los siete Lagos, die Route der sieben Seen im argentinischen Nordpatagonien. Schön, aber eher unspektakulär - wir hatten uns irgendwie mehr erwartet. Vielleicht lag es aber auch am ungewohnt trüben Wetter und den vielen Autos, die uns einstaubten, dass bei uns keine wirkliche Begeisterung aufkam.
Durch einen unheimlich knarzenden Wald mit alten und zum Teil abgestorbenen Bäumen (einer lag quer über der Strasse und war wohl erst kurz vorher umgestürzt ...) fuhren wir nach Villa Traful, einem winzigen Örtchen am gleichnamigen See. Dort trafen wir uns mit den zwei netten französischen Radlern Virgine und Michel, die wir in Salta vor zwei Monaten kennengelernt hatten. Gemeinsam wollten wir ins neue Jahr starten - natürlich mit einem Asado, wie sonst? Mittags gab es aber erst noch ein feines Käsefondue "vom Grill", sehr zum Amusement der Argentinier. Am Silvesterabend um kurz vor elf - wir hatten gerade unser Asado verdrückt und räumten ein wenig auf - brach plötzlich bei der netten argentinischen Familie nebenan hektische Betriebsamkeit aus: Gläser wurden hervorgeholt und die Sektflasche geöffnet. Wir dachten zunächst, dass diese vielleicht noch etwas anderes feiern. Als dann aber die ersten Raketen gezündet wurden, eine Glocke läutete und auch bei den anderen Zelten fleissig angestossen und geküsst wurde, drängte sich der Verdacht auf, dass wir dabei waren, Silvester zu verpennen. Derart überrumpelt stiessen wir erst noch mit leeren Bechern mit den Argentiniern an. Einer gab uns dann ein wenig Sekt aus seinem Glas - irgendwie alles sehr witzig! Wir erfuhren, dass zwei Tage zuvor die Uhren auf Sommerzeit umgestellt worden waren. Das muss einem ja auch gesagt werden ...
Weiter entlang am Lago Traful radelten wir zu einem herrlichen Aussichtspunkt und bei garstigem Gegenwind weiter nach San Carlos de Bariloche, der "Schokoladenhauptstadt" Argentiniens. Inzwischen haben wir schon einige von den süssen Kostbarkeiten verdrückt, die hier mit den leckersten Füllungen (Trauben in Rum, Orangencreme, Feigen ...) angeboten werden, und zart auf der Zunge zergehen. Mmmmh!!!
Hier in Bariloche freuten wir uns gestern riesig darauf, Sabines Mutti treffen. Ein kaputter Flieger machte uns aber einen Strich durch die Rechnung: Sie kommt leider erst heute Abend an. Wir haben einstweilen die schöne Wohnung (direkt am See mit super Garten und eigenem Grillhäuschen) bezogen, in der wir es uns die kommende Woche gut gehen lassen und Urlaub vom Radeln machen.
27. Januar - Coyhaique
Velostatistik :
Gesamtstrecke: 6895km; Höhenmeter: 81400m; Gesamtradlzeit: 516 Stunden;
Pannen: 13 (10 Platte, 1 Speichenbruch, 1 gerissenes Schaltseil, rampunierte Felge)
Mit einem Tag Verspätung, etwas müde dreinblickend, aber Stefans neue Felge (die alte hatte bei einer Abfahrt eine ziemliche Delle abbekommen) tapfer in der Hand haltend, kam Sabines Mutti endlich in Bariloche an. Einen Tag durfte sie sich im herrlichen Garten des Guesthouses erholen, dann scheuchten wir sie auf alle möglichen Miradore (= Aussichtspunkte, naturgemäss meist weit oben) und über einige Wanderwege. Sie schlug sich tapfer! Die tollen Ausblicke und die schönen Wälder mit Arrayanes (Myrtenbäumen) waren die Anstrengungen aber auch wert.
Wir genossen diese Radlpause sehr: 10 Nächte im gleichen, noch dazu bequemen Bett zu schlafen, den Luxus der kleinen Ferienwohnung im "Piccolo Paradiso" der beiden Schweizer Carmen und Lino, kiloweise feinste Schoki und natürlich vor allem die Jahreismami, die uns verwöhnte. Carmen verpasste uns ausserdem mal wieder einen ordentlichen Haarschnitt (bezahlt wurde in der Währung "Weinflaschen") und Grillmeister Lino mixte "Pisco saur" und grillierte Forelle und Fleisch. Auch ein paar Regentage und der aussergewöhnliche Schneefall (zur Erinnerung: hier ist Sommer) liessen sich hier gut aushalten.
Nach so viel Faulenzen und Futtern mussten sich unsere Beine erst wieder an die Strampelei gewöhnen - Sabines Achillessehne wollte nach zwei Tagen am liebsten gar nicht mehr radeln. Wir blieben noch ein wenig auf der
argentinischen Seite und fuhren im Nationalpark "Los Alerces" an türkisblauen Seen entlang und durch herrliche Wälder. Nur Alercen sahen wir keine: Die Bootsfahrt zur grossen Attraktion, einem über 2000 Jahre alten Exemplar, war schon ausgebucht und auch auf der Warteliste scheiterten wir knapp - da half auch Sabines herzzerreissendes "Por favor!" nichts. Im Nachhinein glauben wir, dass es uns eh nicht so gefallen hätte, mit 50 anderen Touristen einen Baum anzugucken. Stattdessen gönnten wir uns und vor allem Sabines Achillessehne einen Ruhetag auf einem traumhaft am Lago Futulaufquen gelegenen, weitläufigen Campingplatz. Dort sonnten wir uns am Strand und wagten uns sogar ins eiskalte, aber fantastisch klare Wasser. Brrrr!
So erholt ging es hinüber nach Chile und auf die berühmte Carretera Austral, quasi dem Donauradwanderweg Südamerikas. Hier trafen wir nun an einem Tag oft mehr Radler als in den vergangenen Monaten zusammen.Darunter waren recht interessante Exemplare: die sympathischen Holländer Maurice und Miranda, die sich ein winziges Handtuch und die Zahnbürste teilen, um Gewicht einzusparen, und mit denen wir fast zwei Tage gemeinsam radelten, ein Amerikaner, der mit George W. Bush auf dieselbe Schule ging und die knapp 1000 Kilometer der Carretera in 9 Tagen abradeln muss, weil er dann die Fähre gebucht hat. Ausserdem ein Belgier, der bereits 7 Jahre durch die Welt radelte und der 62-jährige Rentner Bernd, der uns mit seinem vollgefederten Reiserad auf garstigem Schotter locker-flockig überholte. Mit unserem Einjahrestrip und erst knapp 7000 Kilometern sind wir hier wahrlich nichts besonderes.
Als Radlstrecke hat die Carretera Austral trotz einiger übler Schotterpassagen einen besonderen Reiz: Es geht durch üppige Urwälder, die in allen Grüntönen leuchten, vorbei an imposanten Bergen, über die immer wieder mächtige Gletscherzunen ragen, an tosenden Flüssen, ruhigen Seen und Fjorden entlang - Natur vom Feinsten. Zudem gibt es hier noch relativ wenig Verkehr. Noch, denn am Ausbau der Carretera wird an einigen Stellen eifrig gearbeitet und so sehr wir auch manchmal über die schlechten Strassen jammern, sie halten eben auch viele Autos fern.
An einigen Stellen kann man aber auch gut erkennen, dass der Mensch hier schon viel zerstört hat: Auf weiten Flächen ragen nur noch Baumleichen wie Mahnmale in den Himmel oder sie liegen auf den Wiesen verstreut, wie in einem überdimensionalen Mikadospiel. Schon um 1940 sind bei Brandrodungen die Feuer ausser Kontrolle geraten und haben riesige Urwaldgebiete vernichtet - ein etwas trauriger Anblick.
Hier in Coyhaique, der einzigen etwas grösseren Stadt entlang der Carretera, durften wir uns über einen neuen Schatz unserer schweizer Radelkollegen freuen: die GPS-Koordinaten der feinsten Bäckerei der Stadt und die nötigen Pesos für die ersten beiden Kuchenstücke (Käsequarkkuchen mit Walderdbeeren), bei denen es natürlich nicht geblieben ist. Muchas gracias!
Was sonst noch zu erwähnen wäre:
Im stetigen Kampf gegen die nach frischem Radlerblut lechzenden Riesenbremsen steht es 143 zu 6 für Stefan. Sabines Bilanz ist leider nicht ganz so erfreulich, dafür findet sie allerlei aussergewöhnliches Krabbelgetier. Angesichts dieses Krabbelgetiers sind wir auch besonders froh über unser neues Innenzelt. Beim alten hatte nämlich der bolivianische Sand die Reissverschlusszipper aufgearbeitet. Freundlicherweise spendierte uns VAUDE sehr unkompliziert ein neues Innenzelt und Sabines Mutti brachte es mit. Vielen Dank!
Und das vielgescholtene patagonische Wetter (Dauerregen und Sturmwinde, die Radler von der Strasse pusten) halten wir langsam für eine Legende. Von einem kurzen Schauer abgesehen freuen wir uns seit zwei Wochen über strahlend blauen Himmel!
20. Februar - El Calafate
Velostatistik :
Gesamtstrecke: 7905km; Höhenmeter: 94800m; Gesamtradlzeit: 593 Stunden;
Pannen: 14 (10 Platte, 2 Speichenbruch, 1 gerissenes Schaltseil, rampunierte Felge)
Nun hat er uns also doch gefunden, der patagonische Wind, und pustet uns bei jeder Fahrt nach Westen gnadenlos entgegen. Zum ersten Mal erwischte es uns, als wir einen kleinen Abstecher von der Carretera Austral zum Lago General Carrera, dem zweitgrössten See Südamerikas, machten. In die Felswände am See hat man hier eine spektakuläre Strasse gesprengt, mit fantastischen Ausblicken auf den tiefblauen Lago, die schroffen Bergspitzen auf der anderen Seite und weiter im Westen auf die Gletscherzungen des riesigen Eisfeldes Campo Hielo Norte. Mal verläuft sie hoch über dem Lago um dann wieder steil zu dessen Ufer abzufallen und ebenso steil wieder hinaufzuklettern - zusammen mit dem Wind zwang uns das zu einigen Schiebeeinlagen.
Zurück auf der Carretera teilten wir uns die staubige Wellblechpiste mit Gauchos und ihren Rinderherden. Die Landschaft war dagegen eine Zeit lang nicht mehr ganz so spannend und das ewige Auf und Ab ziemlich kräftezehrend. Wir waren froh, als wir endlich in Puerto Yungay ankamen, dem Hafen, von dem aus die Fähre zur letzten Etappe der Carretera übersetzt.
Hier begeisterte uns die tolle Landschaft wieder, ebenso wie die vielen Kondore, die manchmal nahe über unseren Köpfen schwebten. Kräftiger Rückenwind und das fantastische Abendlicht animierten uns schliesslich zu einem 100-Kilometer-Endspurt nach Villa O´Higgins. Bei Einbruch der Dunkelheit trafen wir dort ein und fanden zum Glück ein Restaurant, das uns das Abendessen zum Mitnehmen zubereitete. So feierten wir schliesslich das Bezwingen der Carretera Austral mit Steak, Pommes, Salat und zwei Bier im Zelt bei Stirnlampenbeleuchtung. Was braucht es mehr?
Wir schliefen in dieser Nacht wie Steine.Im Campingmobil neben uns nächtigten Hartmut und die quirlige deutsche Phillipinin Tessie mit einem riesengrossen Herzen, vor allem für uns Reiseradler. Als wir endlich aus unseren Schlafsäcken gekrochen kamen, überraschte uns Tessie mit einem wunderbaren Frühstück: selbstgebackenes Vollkornbrot (für uns das erste seit 6 Monaten, das diese Bezeichnung verdient) mit Butter und Marmelade und heisses Wasser für Tee. In der putzigen kleinen Küche des Campings backte sie dann nochmals zwei Vollkornbrote - schon der Duft war ein Genuss. Eine Hälfte davon schenkte sie uns und die andere zwei anderen Radlern. Nachmittags waren wir noch zu frisch gebackenen Brownies mit richtigem Kaffee eingeladen. Ausserdem zeigte uns Tessie, wie sie die hier fast unvermeidbare Plastiktütenflut recycled: Sie schneidet die Tüten in Streifen, verknotet diese und häkelt daraus Taschen und Hüte. Wir waren begeistert. Eines dieser Designerstücke, in denen wahrlich viel Arbeit steckt, schenkte sie zum
Abschied Sabine - unglaublich lieb!
Für Autos und Motorräder ist kurz hinter Villa O´Higgins das Ende einer Sackgasse erreicht. Nur Radler und Wanderer können von hier aus weiter nach Süden und Argentinien reisen. Dabei geht es zunächst per Boot über den Lago O´Higgins. Dieses sollte bereits um 7 Uhr morgens starten und so errichteten wir mit den beiden deutschen Radlern Johanna und Michael und den Franzosen Amanda und Olivier, die mit Liegerädern unterwegs sind, ein Radlercamp in der Nähe des Fähranlegers. In diesem Grüppchen waren wir mal wieder die reinsten Kurzzeiturlauber. Später am Abend stiess dann noch Tim zu uns, ein smarter Amerikaner, der jedes Jahr für zwei Monate durch die Welt radelt und uns zahlreiche neue Inspirationen für zukünftige Reiseziele gab. Er war uns auf Anhieb sympathisch und so reisten wir in den kommenden Tagen gemeinsam weiter.
Während die anderen Radler sich nur auf die andere Seite des Sees bringen liessen, blieben Tim und wir noch auf dem Boot, um einen Gletscher zu besichtigen, der in den Lago O´Higgins mündet. Zuvor steuerten wir allerdings noch einige einsame Gehöfte in den Seitenarmen des Sees an. Schafe oder Hunde wurden zu- oder wieder abgeladen und mitreisende Polizisten ermahnten die Bauern, sie mögen doch bitte nicht die Wälder abfackeln - vom Boot aus konnte man zahlreiche Feuer sehen. Erst nach vier Stunden konnte man an den zum Teil riesigen Eisbergen im Wasser erahnen, dass wir Kurs auf den Gletscher nahmen.
Auf dem Oberdeck war dies bei heftigem Wind und Seegang ein ziemlich feuchtes Vergnügen. Am Gletscher selbst war es dann fast windstill und die Fahrt entlang der gewaltigen Eiswand, die beim Traumwetter in den herrlichsten Blautönen leuchtete, war beeindruckend. Bei leiser Musik wurde dann noch Whiskey auf Gletschereis serviert. "Das Leben ist wunderbar!" - der einzige deutsche
Satz, den Tim kannte, traf es perfekt.
Am nächsten Tag führte ein gelegentlich recht steiler und enger Weg hinüber in das Land, in dem die Steaks ein bisschen grösser und saftiger sind. Wir wählten die bequeme Variante und liessen unser Gepäck von einem Pferd hinüberschleppen. So konnten wir den ersten Ausblick auf den Fitz Roy, den Berg Patagoniens, in aller Ruhe geniessen. Nur die letzten drei Kilometer mussten wir wieder selber ran, weil dem Chefe der argentinischen Zollstation die chilenischen Pferdchen ein Dorn im Auge sind. Gemeinsam mit Tim war aber auch das kein Problem mehr.
El Chalten, der erste Ort auf der argentinischen Seite, wurde erst 1985 gegründet, wohl vor allem, um die argentinischen Gebietsansprüche zu bekunden. Heute explodiert der Ort geradezu - an allen Ecken wird neu gebaut. Der Grund ist die geniale Lage von El Chalten als Ausgangspunkt zum Fitz Roy und anderen spektakulären Bergmassiven. Trotz der Touristenscharen, die den kleinen Ort in den Sommermonaten belagern, herrscht eine angenehm entspannte Atmosphäre, wenngleich wir angesichts der Zimmerpreise erst mal schlucken mussten. Letztendlich teilten wir uns ein Zimmer mit Tim.
Ob man gerne wandert oder nicht - hier ist es ein Muss! Das "unpatagonische", anhaltend gute Wetter gönnte uns keinen Ruhetag und so führte uns unsere erste Tour zur Laguna Torre, hinter der der Cerro Torre wirklich wie ein Turm in der Landschaft steht.
Kaum vorstellbar, dass da jemand raufkraxeln kann. Zwei von denen, die wissen, wie es dort oben aussieht, trafen wir in der urigen Chocolateria beim Bierchen: die Huber-Brüder aus Berchtesgaden, deren Können wir letztes Jahr im Kino (Film "Am Limit") bewundert hatten. Angesichts muskelbepackter Oberarme und langer Haare gab es für Sabine kein Halten mehr und sie fragte frei heraus: "Gell, ihr seids doch de Huaba-Buam?"
Nachdem wir uns von Tim, der uns inzwischen richtig ans Herz gewachsen war, verabschiedet hatten (seine diesjährigen zwei Radlmonate näherten sich dem Ende), zogen wir erneut die Wanderschuhe an. Vier Stunden schleppten wir unsere zu Rucksäcken umfunktionierten und schwer beladenen Packsäcke hinauf Richtung Fitz Roy und errichteten am dortigen Camping unser "Basislager". Von diesem wollten wir am nächsten Morgen die restlichen anderthalb Stunden zur Laguna Los Tres, direkt am Fusse des Fitz Roy, steigen, um dort den Sonnenaufgang zu erleben. Am Vorabend dieser Unternehmung zeigte Sabine noch vollen Enthusiasmus und wollte bereits um 5 Uhr geweckt werden. Als dann, um eben diese Zeit, heftige Sturmwinde über unser Zelt hinwegfegten und den Sand bis in unser Innenzelt trieben, liess ihre Motivation spürbar nach: "Da bringen mich keine 1000 Pferde raus!" Irgendjemand schaffte es dann doch und wir stapften mit Stirnlampe durch die stockfinstere Nacht hinauf. Angesichts heftiger Sturmböen, die uns fast aus den Wanderschuhen pusteten, und einsetzender Regenschauer war allerdings noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten, bevor wir oben am Aussichtspunkt standen. Die Mühe sollte belohnt werden: Zum Sonnenaufgang klarte es auf und die Felsen leuchteten einige Momente in fantastischem Rot. Später spannte sich ein schillernder Regenbogen über das Panorama. Zu guter Letzt verzogen sich auch noch die letzten Wolken und gaben den Blick auf den Fitz Roy frei - der Hammer!
Derart mit Endorphin angereichert schwebten wir fast wieder hinab und wanderten gleich noch zu einem weiteren Highlight, dem wunderschönen Gletscher "Piedras Blancas".
Nach so vielen Eindrücken brauchten wir dann erstmal ein Nickerchen im Zelt, ehe wir versuchten trotz des immer noch heftigen Windes ein Abendessen mit möglichst wenig Sand zuzubereiten.
Zurück in El Chalten trafen wir die beiden Franzosen Michel und Virginie wieder, oder besser gesagt sie fanden uns in der Chocolateria (irgendwie wussten sie, dass sie dort suchen müssen...). Nach dem Käsefondue von Silvester feierten wir diesmal unser Wiedersehen mit einem Schokofondue.
Die 220 Kilometer weiter nach El Calafate schafften wir in zwei Tagen, nicht zuletzt dank der Radler Steven (Australien) und Michiel (Holland), die wir unterwegs trafen und mit denen wir die letzten 32 Kilometer gegen den Wind kämpften (Durchschnittsgeschwindigkeit: kurz vor Stehenbleiben). In El Calafate kurierten wir einen Tag unsere brennenden Oberschenkel aus, bevor wir zu viert weitere 80 Kilometer nach Westen zum Perito-Moreno-Gletscher strampelten. Dieser hat die Zeichen der Zeit verpennt und wächst allem Klimawandel zum Trotz immer noch. Vom Mirador, der besser nicht liegen könnte, bestaunten wir die gigantischen Ausmasse der Eismassen. Immer wieder brechen donnernd ganze Eiswände ab - ein Naturspektakel, das man so wohl nur hier zu sehen bekommt. Ein Geheimtipp ist das allerdings nicht mehr und so muss man sich das Vergnügen schon mit einigen Busladungen anderer Touristen teilen. Leider verschlug es bei diesem spektakulären Anblick nicht allen die Sprache und so wurde es erst gegen Abend ein wenig ruhiger.
Dafür wurde nun das Übernachtungsproblem immer drängender, Campen war nämlich offiziell verboten. Es fand sich eine optimale Lösung: Der "Guardaparque-Lehrling" Marco schnaufte zwar erst einmal kräftig durch, als er uns vier samt Fahrrädern vor seinem kleinen Häuschen erblickte, war dann aber superlieb, kochte uns erst mal einen Tee zum Aufwärmen und liess uns unsere Schlafsäcke auspacken. Als kleines Dankeschön kochten wir das Abendessen - ab 22 Uhr mit Kerze und Stirnlampe, weil dann der Strom abgeschaltet wurde. Wir dinnierten bei Kerzenschein und hatten in der gemütlichen Hütte einen lustigen und unvergesslichen Abend.
Zum Sonnenaufgang hatten wir den Gletscher dann noch einmal fast für uns alleine bevor wir uns vom Wind zurück nach El Calafate schieben liessen.
6. März - Puerto Natales
Velostatistik:
Gesamtstrecke: 8307km; Höhenmeter: 99700m; Gesamtradlzeit: 620 Stunden
Pannen: 15 (10 Platte, 2 Speichenbrüche, 1 gerissenes Schaltseil, rampunierte Felge, Bremsleitung)
Nach dem argentinischen Nationalpark Los Glaciares wollten wir doch mal sehen, was die Chilenen so zu bieten haben. Gemeinsam mit dem witzigen Stephen alias "the strange Australian animal" und dem ewig hungrigen, aber Käse verachtenden Michiel aus Holland fegte uns der Wind aus El Calafate hinaus in die patagonische Pampa zu Ñandus und Schafen. Auf den ersten Blick wirkt diese reichlich öde, aber trotzdem: Irgendwie gefiel uns dieses unendlich weite Nichts, das den grössten Teil Patagoniens einnimmt. Stephen schüttelte da nur den Kopf und meinte, wenn wir das mögen, sollten wir mal Australien besuchen...
90 Kilometer und knapp vier Stunden später zeigte Sabine leichte Ermüdungserscheinungen und kurz darauf mussten wir dann leider auch noch scharf nach rechts abbiegen und uns von Rücken-wind und Asphalt verabschieden.
Erst 20 mühsame Kilometer weiter fanden wir ein einigermassen windstilles Plätzchen zum Zelten in einem ausgetrockneten Flussbett. Mit der Hoffnung auf eine regenlose Nacht schliefen wir ein.
Am zweiten Tag hatten wir Glück und erwischten einen der seltenen Tage im Jahr, an dem der Wind
leicht aus Osten bliess und so kamen wir flott voran.
Tags drauf war dann windmässig wieder alles so, wie es sich in Patagonien gehört, was die "Bus"- und "Pickup"-Rufe einzelner Teammitglieder immer lauter werden liess. Letztendlich schafften wir es aber aus eigener Kraft und waren froh, als wir mit unseren Bikels nach drei Tagen am Nationalpark Torres del Paine - im Land der Regenbögen - ankamen.
Die Türme der "Torres del Paine" stehen wie eine überdimensionale Burg in der Landschaft. Wir waren glücklich im Gegensatz zu den Bustouristen an dem gewaltigen Bergmassiv entlangradeln zu können, bevor wir uns am Mirador del Condor einen Überblick über
das Wandergebiet verschafften - vorbeischwebender Kondor inklusive.
Zu unserer grossen Freude trafen wir ausserdem nochmals unsere schweizer Radlfreunde Petra und Reto zufällig auf dem Camping. Sie hatten gerade ihre Wanderung rund um die Torres beendet und konnten uns mit allerhand Infos und Tape gegen die Blasen versorgen. Denn die nächsten Tage war Trekking (= tagelanges "durch die Landschaft latschen" mit viel zu schwerem Rucksack) angesagt. Wir hatten uns für den Klassiker, das "W", entschieden, bei dem man die drei Haupttäler des Massivs hinauf und wieder hinunter wandert. Der erste Teil führte uns an blau schimmernden Eisbergen vorbei zum gewaltigen Gletscher Grey.
Auf dem Weg dorthin schloss sich die Holländerin Marinka unserer Gruppe an, so dass wir nun zu fünft unterwegs waren. Vom Mirador des Gratiscampingplatzes hatten wir bereits einen tollen Ausblick. Am nächsten Tag marschierten wir dann mit leichtem Gepäck am Gletscher entlang und bewunderten dessen Grösse und die herrlichen Lichtspiele auf der riesigen Eisfläche.
Einerseits, weil wir uns einen tollen Sonnenaufgang erhofften, andererseits weil unsere Pesos knapp wurden (seit einigen hundert Kilometern gab es keinen Geldautomaten mehr und der Dollarumtauschkurs im Park war nicht ernst zu nehmen) absolvierten wir gut 9 Wanderstunden, um den nächsten Gratiscamping hoch oben im Valle del Frances zu erreichen. Der Sonnenaufgang fiel zwar wegen dichter Bewölkung aus, im Lauf des Vormittags verzogen sich die Wolken aber dann doch noch und gaben die schroffen Berge zum Fotoshooting frei.
Das letzte Tal führt hinauf zu den eigentlichen Torres, wo der Sonnenaufgang ein Muss ist. Also hiess es wieder einmal: Früh aufstehen! Noch etwas schlaftrunken und mit Stirnlampe bewaffnet stolperten wir übers Geröllfeld hinauf zum Mirador und auch wenn die Torres ihre Gipfel in den Wolken versteckten, war das Farbenspiel wunderschön. Etwas später verzogen sich dann auch die letzten Wolken und wir konnten das Panorama vor strahlend blauem Himmel geniessen - "Japanese moments" (= Fotos, Fotos, Fotos).
Nach sieben Tagen Trekking mit nur zwei Duschgelegenheiten hatten wir inzwischen eine ganz eigene Duftnote (nun gut, wir stanken). Ausserdem dominierten "Pasta mit roter Sosse" und Kekse doch ziemlich unseren Spieseplan und so träumten wir bereits auf dem Weg zurück zu unseren Bikels von einem Bett, einer Dusche und vor allem von Seafood und Schokolade. Einen Radltag dauerte es aber noch, bis wir nach 90 Kilometern das Schlemmerparadies Puerto Natales erreichten und uns endlich mal wieder ordentlich die Bäuche vollschlagen konnten. Unter anderem veranstalteten wir mitten auf dem Plaza ein Schokifondue mit einem Kilo Schoki (für unsere gesamte Wandergruppe!). Bewegung meiden wir zwar momentan so weit wie möglich, aber bis zum etwas chaotisch wirkenden Hafen von Puerto Natales haben wir es doch schon geschafft. Einige der dort vor Anker liegenden Boote wirken allerdings nicht mehr besonders seetauglich, andere scheinen dagegen zu fliegen...
20. März - Ushuaia
Velostatistik:
Gesamtstrecke: 9061km; Höhenmeter:104900m ; Gesamtradlzeit: 661 Stunden
Pannen: 15 (10 Platte, 2 Speichenbrüche, gerissenes Schaltseil, rampunierte Felge, Bremsleitung)
Da sind wir nun also, in Ushuaia, am "Ende der Welt". Eigentlich hatten wir bereits in Puerto Natales sämtliche Highlights gesehen, die Patagonien zu bieten hat. Was nun folgte, sah so aus:
Noch Fragen?
Vielleicht drängt sich diese auf: Warum noch 700 Kilometer weiter durch diese windzerzauste Grassteppe fahren? Nun, so weit zu radeln und dann nicht bis zum südlichsten Zipfel, den man per Fahrrad erreichen kann, das wäre wie auf einen Berg zu steigen und kurz vor dem Gipfel umzukehren, wie ein Buch zu lesen und es vor dem letzten Kapitel zum Altpapier zu geben, wie eine Tafel Schokolade zu essen und das letzte Stück übrig zu lassen, wie... nun ja, irgendwie unvollständig halt. Leider konnten diese Argumente unseren holländischen Radlfreund Michiel nicht überzeugen und er zog unverständlicherweise das Schokoladenparadies Bariloche dem kalten patagonischen Wind vor. Kurz hinter Puerto Natales verliess er uns nämlich in Richtung der argentinischen Busstation. Somit strampelten wir nun also nur noch zu dritt weiter - gleich mal 150 Kilometer zum nächsten Ort, wo wir auf ein warmes Hostal hofften. Stattdessen landeten wir auf Rat des Ortspolizisten in der Stierkampfarena und übernachteten auf den überdachten, aber nachts trotzdem eisig kalten Zuschauerbänken.
Nach so viel "low budget" gönnten wir uns in der Hafenstadt Punta Arenas dann wieder ein nettes Hostal. Ganze fünf Tage blieben wir dort, faulenzten, plauderten mit der quirligen Inhaberin, die sich stets bemühte ihr Spanisch auf Gringogeschwindigkeit zurückzufahren, oder wir machten es uns vor dem Riesenfernseher bequem - natürlich nur um unsere Spanischkenntnisse zu erweitern! Allabendlich brutzelten und verputzten wir dann kiloweise frischen Wildlachs, der hier zu Schnäppchenpreisen zu haben ist.
Als kleiner Höhepunkt wartete ausserdem die Pinguininsel Santa Magdalena auf uns. Pinguine, so weit das Auge reicht! Über 200000 der Tierchen sollen hier umherwatscheln. Putzig!
Schliesslich wurde es aber doch Zeit zu unserer letzten Etappe nach Feuerland aufzubrechen. Bei herrlichem Abendlicht und von Delphinen begleitet liefen wir in Porvenir ein.
In vier Tagen strampelten wir die letzten 450 Kilometer nach Ushuaia, wobei die vereinzelten Bäume ganz klar zeigten woher hier der Wind weht. Erst am letzten Tag wurde es wieder ein wenig abwechslungsreicher: Mit Flechten überwucherte Bäume lösten die Pampa ab und es wurde wieder bergiger.
Bei Schneeregen kamen wir dann durchgefroren in Ushuaia an. Bei der Hostalsuche stellten wir schnell fest, dass dies wohl eines der teuersten Fleckchen Argentiniens ist. Nach längerer Suche gönnten wir uns trotzdem ein Zimmer, sogar mit schönem Ausblick auf Ushuaia und den Beaglekanal - zum Zelten war es definitiv zu ungemütlich. Tenedor Libre (= "all you can eat") war eine gute Wahl für´s Abendessen. Hätten sie gewusst, dass sich drei ausgehungerte Radler über das Buffet hermachen, hätten sie bestimmt einen Aufpreis verlangt...
Am darauffolgenden Tag fragten wir uns ein wenig, was wir nun eigentlich hier wollten. Angesichts des reisebudgetvernichtenden Zimmerpreises buchten wir deshalb gleich mal unseren Flug in den warmen Norden, nach Buenos Aires...
28. März - Buenos Aires
Velostatistik:
Gesamtstrecke: 9154km; Höhenmeter:105000m ; Gesamtradlzeit: 666 Stunden
Pannen: 15 (10 Platte, 2 Speichenbrüche, gerissenes Schaltseil, rampunierte Felge, Bremsleitung)

Der Flug von Ushuaia nach Buenos Aires war recht unspektakulär. Nun, zumindest bis zur Landung. Schon als wir uns dem Flughafen näherten, konnten wir ein Gewitter aufziehen sehen und wurden ordentlich durchgeschüttelt. Wir waren froh, als wir den festen Boden und die Landebahn zum Greifen nahe unter uns hatten. Doch zu früh gefreut: Unmittelbar vor dem Aufsetzen erfasste eine ziemlich starke Windböe das Flugzeug und kippte es ein wenig zur Seite. Erstmals erlebten wir so, wie eine Landung im letzten Moment abgebrochen wurde und der Pilot durchstartete. Da kann man schon mal kurz die Luft anhalten. Zum Ausgleich bekamen wir noch einen Gratisrundflug dicht über den Dächern von Buenos Aires, um dann auf dem zweiten, stadtnäheren Flughafen einen erneuten Versuch zu starten. Diesmal setzten wir ohne Probleme auf - wenige Minuten später war das Gewitter auch hier angekommen und eine Landung wäre dann wohl in Buenos Aires nicht mehr möglich gewesen. Das Gute an der verschobenen Landung war, dass wir statt 35 Kilometer nur noch vier vom Zentrum entfernt waren. Im strömenden Regen und bei einsetzender Dunkelheit machten wir uns also auf, waren in Kürze pitschnass und mussten bei der Hostalsuche feststellen, dass am Osterwochenende in Buenos Aires ganz schön was los ist. Letztendlich landeten wir im Dormitorio (Schlafsaal) eines Hostals, in dem bis zum Morgengrauen Party gemacht wurde. Was für ein Empfang...Grosse Städte sind ja eigentlich nicht so unser Ding, aber Buenos Aires hat wirklich ein besonderes Flair. Schon am nächsten Morgen - die Sonne schien und wir hatten ein ruhiges Hostal gefunden - fühlten wir uns pudelwohl. Wir waren im Tangoviertel San Telmo abgestiegen und am Osterwochenende fanden hier rund um den Plaza Dorrego allerhand Märkte statt, mit Strassenkünstlern und Tangoshows. Ein Paradies für Sabine, die stundenlang durch die bunten Stände schlendern konnte. Wir genossen das bunte Treiben, das angenehm warme Wetter, die herrlichen alten Kolonialbauten und natürlich die vermutlich besten Steaks der Welt - gleich vier Mal speisten wir in den kommenden Tagen in unserer Lieblingsparilla...
Am Montag stand das alte Hafenviertel "La Boca" auf dem Sightseeingprogramm. Dieses ist für seine farbenfrohen und originellen Häuser berühmt und bei Fussballfreunden natürlich für die "Bombonera", das pralinenschachtelartige Fussballstadion, in dem einst Diego Maradona dribbelte.
Tags drauf machten wir uns per Bici zur Stadtrundfahrt auf: Zunächst zum Hafen, von dem aus man einen schönen Blick auf die Stadt hat, und dann ins noble Viertel Ricoletta. Der dortige Friedhof ist schon eher eine Art Freilufttouristenattraktion: Hier haben die reicheren Familien ihren Toten wahre Tempel hingestellt. Auch das Grab von Evita befindet sich hier und ist, obwohl eher schlicht und unauffällig, leicht zu finden: Man halte nach einem grösseren Menschenauflauf Ausschau.
Auch eine Shoppingtour durfte in Buenos Aires nicht fehlen. Gleich zwei Lederjacken und einen Ledermantel wechselten in unseren Besitz. Nun fragen wir uns ein wenig, wie wir das alles in unseren Packtaschen verstauen sollen....
Na ja, und dann kam es, wie es kommen musste: In der Hauptstadt des Tangos, in der es an Angeboten für "Clases de Tango" wahrlich nicht mangelt, war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis Sabine Feuer und Flamme war. Mittwochabend war es also so weit: Tangokurs mit anschliessendem Tangotanz und Konzert eines Tangoorchesters - also gleich das volle Programm. Während sich Sabine noch schnell das passende Outfit zulegte (Kleidchen und passende Schuhe!), stand ich mit meinen Trekkingsandalen eher etwas deplaziert auf der Tanzfläche. Gut, dass es den Argentiniern beim Tango weniger ums "Sehen und gesehen werden" als vielmehr um die Freude am Tango selbst geht. So war der Kurs ganz witzig und auch danach haben wir noch ordentlich das Tanzbein geschwungen und nebenbei das Können der "Profis" bewundert.
Nach all diesen Erlebnissen wird es nun Zeit, Buenos Aires und damit auch Argentinien Lebewohl zu sagen. Die Tickets für die Fähre nach Colonia in Uruguay sind schon gekauft...
Adios Buenos Aires! Adios Argentina!